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FOTOGRAFIE WORKSHOP

SCHIETWETTER FOTOGRAFIE

SCHIETWETTER - FOTOGRAFIE WORKSHOP 24. April 2021 Hamburg
Anmeldung über : ANDALUSIENNET - WORKSHOP

(Hinweis: ACHTUNG - Termin - Änderung)

Wir sehen aus den Fenster und tief hängen die Wolken, leichter Nieselregen fällt aus den Wolken und die Sicht reicht nicht mal bis zu den nächsten Häuser gleich gegenüber. So ein richtiges Schietwetter, wie wir Norddeutschen zu sagen pflegen. Aber die Norddeutschen sagen auch, es gibt kein falsches Wetter, nur die falsche Kleidung. Also raus mit der Kamera und der dazugehörigen Ausrüstung, regenfest sollte die Kleidung und Ausrüstung sein. Denn das Schietwetter liefert auch stimmungsvolle Bilder für welche es den Aufwand lohnt.

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Canon EOS 60D – SIGMA EF-S 18-200mm – 147mm - Blende: f 6,3 – Zeit: 1/25s


Zwölf gute Fotos in einem Jahr sind eine gute Ausbeute.
(Ansel Eaton Adams, 1902 – 1984, Naturfotograf, Kalifornien)


Aus unserem modernen digitalen Leben sind Fotos einfach nicht mehr wegzudenken. Die Kameras moderner Mobiltelefone werden immer besser und auch die Leistungsfähigkeit richtiger Kameras nimmt von Jahr zu Jahr immer mehr zu. Mehr und mehr werden Fotos zu einem digitalen Massengut und Wegwerfartikel. Das einzelne Bild kostet nicht mehr als ein bisschen Speicherplatz und so jagt ein Schnappschuss den nächsten. Jeden Tag werden weltweit Millionen von Fotos geschossen und manche landen sogar in Echtzeit in den sozialen Netzwerken. Nicht viele Menschen nehmen sich noch einmal mehr richtig Zeit wirklich zu fotografieren, sondern tun einfach nur knipsen. Ein Bild richtig zu gestalten, das Licht entsprechend einzusetzen, auf den richtigen Moment zu warten, den Horizont gerade zu rücken und auf Klasse, statt auf Masse zu zielen. Zwölf wirklich gute Fotos sind mehr wert als viele Hunderte, die sinnlos im Speicher versauern.

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Canon EOS 60D – ISO 200 - CANON EF-S 18-135mm – 135mm - Blende: f 8 – Zeit: 1/800s

Ein Weg zu einem guten Bild ist die perfekte Bildaufteilung, entweder die Drittelregel oder der goldene Schnitt, auch Fibonacci – Spirale genannt. Für eine spannende Bildkomposition sollte das Hauptmotive an einem der Schnittpunkte oder anhand der Schnittpunkte positioniert werden. Je nach Motiv wird eines der beiden Methoden verwendet. Die Drittelregel ist im Allgemeinen bei Landschaftsaufnahmen, der goldene Schnitt bei Personen, z.B. Mutter mit Kind. Und bei Lebewesen sollte auch immer etwas auf die Blickrichtung des Lebewesens geachtet werden, deshalb kann es durchaus sinnvoll sein, bei Porträts ein 85mm bis 105mm zu verwenden, um Abstand zu gewinnen. In der Landschaftsfotografie ist es häufig auch sinnvoll eine etwas größere Brennweite zu verwenden um gezielt zu konzentrieren und zu verdichten. Und auch hier gilt, wie überall, weniger ist oftmals mehr.

Aber wie immer, keine Regel ohne Ausnahme, wenn die Bildaussage entsprechend ist, kann auch durchaus künstlerisch wertvoll, von jeder noch so guten Regel abgewichen werden.

MIT DEN FÜSSEN BETEN

Mit den Füßen beten, oder Pilgern, früher hieß es wandern oder Trekking, seit H.P. Kerkeling reden alle vom Pilgern, aber eigentlich ist es doch das gleiche. Mit den Füßen fortbewegen von einem Ort zu einem anderen, oder zum Ausgangsort wieder zurück. Und wenn übers Pilgern oder Trekking geredet wird, dann denkt gleich jeder, einen Ausflug über mehrere Tage mit allem drum und dran. Aber warum nicht mal ein Mikro-Pilgern, oder ein Mikro-Trekking, also ein Mikro-Abenteuer. Nur ein Tag, morgens früh raus und im Laufe des Tages zurück. Mit Kamera Rücksack, Verpflegung und allem, was so benötigt wird. Und plötzlich wird die Welt mit anderen Augen gesehen, es werden Dinge entdeckt, die vorher nicht wahrgenommen werden und Bilder gemacht, die nicht für möglich gehalten werden.

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Canon EOS RP – CANON RF 24-105mm – 24mm - Blende: f 7.1 – Zeit: 1/160s

Wann ist ein Bild ein gutes Bild? Wann ist ein Motiv überhaupt Fotografierens wert. Wie fotografiere ich ein Motiv optimal. Wenn der Blick geschult und aufmerksam ist, werden überall interessante Motive entdeckt und diese perfekt umgesetzt. Bilder begegnen uns jeden Tag – im Fernsehen, im Internet, in Zeitschriften. Die tägliche Bilderflut ist in der Zwischenzeit grenzenlos, aber trotzdem schaffen es nur wenige Bilder, uns länger als einen Augenblick, oder sogar über längere Jahre zu fesseln. Aber was genau ist es, dass die Faszination solcher Bilder ausmacht.

Es ist nicht zwangsläufig wichtig, die perfekte technische Umsetzung zu haben, es ist auch nicht wichtig, ein spektakuläres Motiv auf dem Bild darzustellen. Wenn genau hingeschaut wird, ist es nur wichtig, wann der richtige Moment, welches der richtige Bildwinkel und der Bildausschnitt ist, dann werden die Bilder ein gewisses Etwas haben, dass auch unbeteiligte Besucher in den Bann zieht.

Für mich ist ein gutes Bild, wenn es den Betrachter einfängt, fesselt und ein Weile festhält, wenn die Bildaussage sauber und nicht vieles drum herum ist, was ablenkt. Es spielt natürlich auch viel Persönliches dabei mit, und jeder hat so seinen ganz eigenen persönlichen individuellen Geschmack, sei es nun für die besondere Lichtstimmung, für Licht und Farbe, das tolle Gebäude und die fantastische plastische Landschaft. Wichtig ist, geht mit offenen Augen durch die Landschaft, auch ein paarmal nach rechts oder links, betrachtet wie verändert sich das Motiv, wie verändert sich die Bildaussage. Aus welcher Richtung kommt das Licht, ist etwas Störendes in der Nähe, was Schatten wirft, oder das Motiv oder den Betrachter ablenken könnte. Muss die Position geändert werden um diese Störung zu verhindert, oder genügt nur etwas Geduld, und die Störung erledigt sich von allein, und ab und zu auch ganz einfach mal querdenken, ausbrechen aus den Regeln und Neues probieren.

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Canon EOS RP – CANON RF 24-105mm – 105mm - Blende: f 11 – Zeit: 1/160s

Und niemals Bilder vor Ort löschen, nehmt euch Zeit und betrachtet die Bilder mit zeitlichen Abstand in Ruhe am großem Monitor. Manches Bild, welches unvermittelt vor Ort gelöscht worden wäre, war mit zeitlichen Abstand betrachtet, der Hammer.

FOTOGRAFIE und LANDSCHAFT

Fotografie ist spielen mit Licht und gleichzeitig die Möglichkeit die Welt dem Betrachter mit den eigenen Augen zu zeigen. Jedes Bild, jede Darstellung zeigt auch immer etwas von uns, davon wie wir die Welt sehen, denn wie sagte einst Andreas Feininger: "Das rechte Auge, das offene schaut durch den Sucher, und das linke, das geschlossene, in die eigene Seele".
So kann jede Landschaft, und sei sie oberflächlich betrachtet noch so eintönig und flach, sehr viel bieten, wenn nur mit Muße und mit Geduld hingeschaut wird.


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CANON EOS RP – CANON RF 24-105mm f4 – 24mm - Blende: f 10 – Zeit: 1/1250s

Landschaften sind seit jeher eines der beliebtesten Motive in der Malerei, und auch in der Fotografie gehören sie zu den Motiven, welche am meisten dargestellt werden. Sie gehören zu den lohnendsten und beeindruckendsten fotografischen Themen.

In vielen Fachbüchern steht geschrieben, dass die Landschaftsfotografie ein nicht allzu anspruchsvolles fotografisches Genre ist, ich bin da ganz anderer Ansicht, es gehört nach meiner Meinung zu den anspruchsvollsten Genres der Fotografie überhaupt. Warum? Um ein außergewöhnliches Landschafsfoto zu fotografieren braucht es mehr als nur eine spektakuläre Landschaft, es braucht die besondere Lichtstimmung, die dunklen Gewitterwolken oder den dunklen ewigen blauen Himmel über der Bergkette, aber all das kann nicht herbeigezaubert werden, man ist chancenlos den Elementen der Natur ausgeliefert und muss daraus das eine besondere Foto machen.

Ein wirklich gutes Landschaftsfoto kann geplant werden, es gehört generell nur Vorbereitung und Planung dazu. Ganz besonders interessant sind die goldene und die blaue Stunde. Ist die Sonne noch sichtbar über dem Horizont, sind die Farben warm, die goldene Stunde, ist die Sonne hinter dem Horizont verschwunden, sind die Farben kalt, die blaue Stunde. Um das nutzen zu können, muss gewusst werden, wo die Sonne aufgeht und untergeht, und wo die beste Position dafür ist, in der Landschaft morgens und abends. Am Tage, wenn die Sonne hochsteht, wirkt eine Landschaft wieder ganz anders, im ersten Moment, unspektakulär, aber das täuscht, hier ist dann wichtig, der Landschaft Tiefe zu geben, Dimension, Gestalt oder Fantasie, so dass der Betrachter angeregt wird inne zu halten und über den Inhalt nach zu denken.

Ebenfalls lässt sich mit Brennweite die Landschaft im Foto gestalten. Kleine Brennweite, kleine Blende, hohe Tiefenschärfe, mit einer großen Brennweite und großer bis mittlerer Blende lässt sich die Landschaft verdichten und gleichzeitig die Schärfentiefe einschränken, aber vorsichtig, hier ist es dann wichtig, den richtigen Fokuspunkt zu finden. Bei großer Brennweite kann es dann auch mal empfehlenswert sein, je nach Licht- und Windverhältnissen, mit Stativ und Spiegelvorauslösung zu arbeiten.